IG Metall BruchsalSiemens Betriebsschießung in Bruchsal wird durch Sozialplan
und Qualifizierung abgefedert.
Für den, durch die Schließung bedingten Personalabbau
von 178 Arbeitsplätzen im Siemenswerk Bruchsal konnte zwischen
dem Betriebsrat, der IG Metall Bruchsal und der Unternehmensleitung
ein Interessensausgleich und Sozialplan abgeschlossen werden.
Nachdem der Betriebsrat und die IG Metall den Personalabbau trotz
harter Verhandlungen nicht verhindern konnten haben wir, so der 1.
Bevollmächtigte der IG Metall Bruchsal Eberhard Schneider, alles
daran gesetzt um einen optimalen Sozialplan abzuschließen.
Unser Ziel war so Eberhard Schneider weiter, nicht nur einfach
Abfindungen auszuhandeln sondern Strukturen zu schaffen die es den
Betroffenen ermöglichen möglichst schnell wieder einen
Arbeitsplatz zu bekommen.
Dazu gehört auch die Einrichtung einer betrieblichen
Beschäftigungs- und Qualifizierungseinheit. Deren Aufgabe ist
es, den Beschäftigten durch eine individuelle Einzelberatung,
durch Workshops, durch Qualifizierungsmaßnahmen und durch den
Aufbau eines Job Centers, die Chance für einen beruflichen
Neustart zu geben.
Für uns war wichtig, so der Siemens Betriebsratsvorsitzende
Daniel Unser, dass hier auch hochwertige Qualifizierungsmaßnahmen
Angeboten werden. Dazu gehört die Ausbildung zum Techniker oder
Bachelor genauso wie die Qualifizierung zu einem anerkannten IHK
Abschluss.
Bis spätestens Ende Juli können sich die vom
Arbeitsplatzabbau betroffen Beschäftigten für den Eintritt
in die zweijährige Beschäftigungs- und
Qualifizierungseinheit entscheiden. Dort werden Sie mit 85 Prozent
ihres bisherigen Einkommens entlohnt. Darüber hinaus erhalten
die Betroffenen 70 Prozent des regulären Abfindungsbetrages für
den Verlust ihres Arbeitsplatzes.
Wer früher aus der Qualifizierungseinheit ausscheidet weil er
einen neuen Arbeitsplatz gefunden hat kann bis zu acht
Monatseinkommen als Prämie erhalten.
„Wir sehen darin für viele Beschäftigte die
Chance, sich für den hoffentlich bald erholenden Arbeitsmarkt
attraktiver zu machen und schnellst möglich in ein neues
Beschäftigungsverhältnis zu kommen“, so Daniel Unser.
Beschäftigte die sich nicht für diese Möglichkeit
entscheiden, werden unter Fortzahlung der Bezüge bis Oktober
2010 von der Arbeit freigestellt, und erhalten für den Verlust
des Arbeitsplatzes eine Abfindung die über dem sonst bei Siemens
üblichem Niveau liegt.
Betriebsrat und IG Metall werten diese Regelungen als gute Chance
für die Betroffenen um wieder in den Arbeitsprozess zurück
kehren zu können.
Heiko Maßfeller / 10.7.2009
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